79 Von dieſen ſchienen Einige, aus ihrer Tracht und
Weiſe zu ſchließen, gleichfalls Troubadours zu ſeyn,
deun in der Hand hielten ſie Leyern verſchiedener Art,
kleine Harfen, und Andeves, was ihre Kunſt verrieth.
Sie hatten ſich hier aufgeſtellt, und ſchienen ihren Für⸗ ſten zu beobachten und ſich ihre Bemerkungen über ſein Sinnen aufzuzeichnen. Andere Vorübergehende, die ernſtere Geſchäfte hatten, ſahen zum König als zu einer alltäglichen Erſcheinung auf, nahmen aber jedesmal die Mützen ab, und drückten durch geziemende Verbeu⸗ gung Achtung und Anhänglichkeit an ſeine Perſon aus, welche durch Herzlichkeit zu erſetzen ſchien, was ihr an
Unterwürfigkeit abging.
René nahm indeſſen nicht wahr, daß die 2 welche ſtehen blieben, ihn beobachteten, noch bemerkte er den
Gruß der Vorübergehenden, ſondern ſein Geiſt ſchien
völlig damit beſchäftigt, ein ſchwieriges Werke in Dichtkunſt oder Muſik zu Tage zu bringen. Er ging
ſchnell oder langſam, wie es der Verlauf der Dich⸗
tung mit ſich brachte; manchmal blieb er ſtehen, um Chnell in ſeine Schreibtafel etwas zu⸗ bemerken, was
ihm des Aufzeichnens werth ſchien; oft verlöſchte er
wieder, was er geſchrieben hatte, und warf den Grif⸗
fel, wie in Verzweiflung, weg. Ein ſchöner Edel⸗
knabe, ſein einziger Diener, hob ihn dann wieder
auf, und nahm ehrerbietig die erſte ſchickliche Gele⸗ genheit wahr, ihn dem König wieder zu veichen Er trug eine Fiedel, auf welcher er, auf ein Zeichen von
ſeinem Gedieter, hin und wieder einige Accorde ſpielte,


