22 ſehen, bis mir die Zeit die Mittel an die Hand gibt, in Verbindung mit dem Kaiſer und den Reichsfürſten ſie mit einem Male aus allen ihren Schlupfwinkeln zu jagen. Sprecht, Graf, ob ich recht geredet? 4 „Ihr hättet's denken mögen, aber unvorſichtig iſt's, daß Ihr's geſprochen. Ein Wort, von einem Verrä⸗ ther gehört, kann Euch Tod und Verderben bringen.“ „Ich habe keine Verräther um mich, Graf. Glaubt ich aber, daß welche in meinem Lager wären, ſo wollt ich lieber ſogleich von ihrer Hand fallen, als in beſtän⸗ diger Furcht und Ungewißheit leben.«
„Alte Diener Euer Hoheit ſprechen nicht günſtig von dem Grafen von Campo⸗Baſſo, der in ſo hohem Grade Euer Vertrauen genießt.
„Freilich,« verſetzte der Herzog mit Ruhe,„wird's dem einmüthigen Haſſe der Uebrigen leicht, den treu⸗ ſten Diener eines Fürſten zu verläumden. Ich ſtehe dafür, Euer ſtarrköpfiger Landsmann Colvin hat den Grafen bei Euch angeſchwärzt, wie's auch die Andern machen, weil er mir jeden Uebelſtand ſogleich ungeſchent mittheilt. Und dann ſind ſeine Anſichten ſo ganz mit den meinigen übereinſtimmend, daß ich ihn kaum ver⸗ mögen kann, über etwas, das er beſſer verſteht, ſich weitläufiger auszuſprechen, wenn wir über einen Punkt nicht ganz einer Meinung zu ſeyn ſcheinen. Denkt Euch dazu ein edles, anſprechendes Aeußere, einen hei⸗ tern Sinn, Geſchicklichkeit im Waffenhandwerk und in den feinern Künſten bes Friedens— und Campo⸗Baſſo


