109 Recht auf ihr Erbe, ſo gegruͤndet es ſeyn mag Guͤl⸗ tigkeit verſchaffen koͤnnte.“
„Es iſt unantaſtbar,“ verſetzte Karl,„und ich werde keinen Eingriff in daſſelbe dulden, wenn es auf meine Perſon uͤbertragen wird. Um des allgemeinen Be⸗ ſten willen muß es Grundſatz bleiben, daß man kei⸗ nes der großen Lehen an die Krone Frankreich zu⸗ ruͤckfallen laͤßt, am wenigſten, ſo lange ſie der ver⸗ ſchlagene, argliſtige Ludwig traͤgt. Die Provence mit Burgund vereinigt— die Nordſee und das Mittel⸗ meer meiner Herrſchaft Grenzen! Orford— Ihr ſeyd mein guter Engel!«.
„Ewr. Hoheit wollen jedoch bedenken, daß Koͤnig René ein anſtaͤndiges Auskommen geſichert werden muß.“
„Freilich, freilich; er ſoll Fiedler und Barden voll⸗ auf haben, die ihm vom Morgen bis Abend ſpielen und ſingen, und einen Hof von Troubadours, und Koͤnig der Minne ſeyn. Auch fuͤr Margarethe ſoll eine anſtaͤndige Summe ausgeſetzt werden, wie Ihr es ſelbſt verlangen moͤgt.“
„Der letztere Punkt iſt leicht abzumachen. Gelingt. unſere Unternehmung, ſo braucht Margarethe keinen Unterſtuͤtung von Burgund mehr, und ſchlaͤgt ſte fehl, ſo geht ſie in ein Kloſter, und wird dort Eure Guͤte wohl nicht mehr lange in Anſpruch nehmen.⸗
„Nun ja; aber die Aebtiſſin des Kloſters, in wel⸗ ches Margarethe von Anjou geht, bekommt eine nn⸗ gelehrige Schuͤlerin an ihr. Ich kenne ſie, Herr Graf,


