Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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94 Allgemein muß die Vernichtung ſeyn, und der Jüng⸗ ling mit dem Greiſe fallen, kein Lamm der zerſtreuten Heerde darf entkommen.

Um Gottes willen, Madame, beruhigt Euch, rief Oxford,ich höre an die Thüre der Kapelle klopfen.

Es iſt das Zeichen des Scheidens, verſetzte die Königin, ſich faſſend,fürchtet nichts, edler Graf, ich bin nicht oft, wie vorhin, denn ſelten nur ſehe ich Freunde, deren Geſicht und Stimme die Ruhe meiner Verzweiflung ſtören. Laß dieſe Reliquie Dir um den Hals hängen, und fürchte nicht ſchlimmen Einfluß von ihr, wenn Du ſie auch von der Hand einer Unglücklichen empfängſt. Sie hat meinem Gatten gehört, und iſt durch manches Gebet, durch manche Thräne geheiligt und geſegnet. Am Morgen des Tages, wo die furcht⸗ bare Schlacht bei Tewkesbury geſchlagen wurde, wollte ich ſie meinem Eduard umhängen, aber er wappnete ſich frühe, ritt, ohne mich geſehen zu haben, auf's Schlachtfeld, und mein Wunſch blieb unerfüllt.

Mit dieſen Worten hängte ſie Arthur eine goldene Kette um, an welcher ein kleines goldenes Cruzifix koſt⸗ bar, aber roh gearbeitet, befeſtigt war, das der Sage nach Eduard dem Beichtiger gehört hatte. In dieſem Augenblick ward nochmals an die Thüre gepocht.

Wir dürfen nicht länger zögern, fuhr Margaretha fort,wir wollen uns daher trennen, Ihr geht nach Dijon, ich nach Aix mit meinem Kummer. Lebt wohl, vielleicht ſehen wir uns in beſſerer Zeit wieder. Doch, wie kann ich ſolches hoffen? Ebenſo ſprach ich am Mor⸗