Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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von ſeinen Schätzen hergeben, um eine Freundin zu unterſtützen, der er ſo oft Treue geſchworen?«

Nicht einmal die Diamanten, die ich in ſeine Hände niederlegen wollte, konnten ihn beſtimmen, uns mit Geld zu unterſtützen. Indeſſen hat er mir erwiedert, wenn Karl von Burgund ernſtlich uns beiſtehen wolle, ſo werde er aus Achtung für dieſen großen Fürſten, und aus Theilnahme an dem Unglücke Eurer Majeſtät für Euch thun, was der erſchöpfte Zuſtand ſeiner Fi⸗ nanzen und die Lage ſeiner Unterthanen geſtatte.

Der doppelzüngige Heuchler! Wenn alſo die Hülfe des Herzogs von Burgund uns hoffen läßt, das Unſrige wieder zu gewinnen, dann will er uns ſchnödes Geld geben, damit wir die Gleichgültigkeit vergeſſen, womit er uns im Unglück behandelt hat! Doch nun von Karl. Ich habe mich hieher gewagt, um Euch zu ſa⸗ gen, was ich erfahren habe, und das Ergebniß der von Euch gethanen Schritte zu vernehmen. Vertraute ſor⸗ gen daß unſere Zuſammenkunft geheim bleibt; in einem Kloſter, eine Stunde von hier, harrt meiner ein klei⸗ nes Gefolge. Eure Ankunft hat der treue Lambert erkundet, und ich bin gekommen, Eure Hoffnungen und Beſorgniſſe zu vernehmen, und Euch die meinigen mit⸗ zutheilen.

Ich habe den Herzog noch nicht geſehen. Ihr kennt ſeinen Charakter, er iſt ein herrſchſüchtiger, ſtolzer, ungeſtümmer Mann; kann er ſich in die ruhige, be⸗ dachtſame Politik finden, welche die Umſtände nöthig machen, ſo wird ihm, wie ich nicht zweifle, Ludwig,