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mich wiſſen, warum Ihr verkleidet hieher gekommen
ſeyd. Gewiß war's nicht einzig, um den Juͤngling zu beweinen, daß die hochherzige Koͤnigin Margare⸗ tha Ihres Vaters Hof verließ, und ſich in gemeine
Tracht huͤllte, um nicht ohne Gefahr hieher zu kom⸗
men.“
„Ihr ſpottet meiner, Orford,“ erwiederte die un⸗ gluͤckliche Koͤnigin,„oder betruͤgt Ihr Euch ſelbſt, wenn Ihr glaubt, noch die Margaretha vor Euch zu haben, die kein Wort ſprach ohne Vorbedacht und bei
der unbedeutendſten Handlung durch einen beſtimm⸗ ten Beweggrund ſich leiten ließ. Ach! jene Feſtig⸗ keit und Beſonnenheit ſind dahin, Schmerz und Kum⸗ mer machen mir den Ort verhaßt, wo ich bin, und treiben mich unwiderſtehlich weiter. Freilich lebt' ich ſicher am Hofe meines Vaters, aber kann dieß ein
Geiſt, wie der meinige ertragen, kann eine Frau, die
das ſchoͤnſte Koͤnigreich Europas und ſo viele edle
Freunde verloren hat, eine kinderloſe Wittwe, uͤber
welche der Himmel die Schaale ſeines Zornes ergoſ⸗ ſen— kann ſie zur Geſellſchaft eines ſchwachen Grei⸗ ſes ſich herablaſſen, der in Liedern und Saitenſpiel fuͤr Alles, was die Armuth erniedrigendes hat, ja
1 ſelbſt fuͤr das Laͤcherliche und Veraͤchtliche derſelben, Troſt findet?« 3
„ Koͤnigliche Herrin!“« entgegnete Oxford,„tadelt nicht den guten Koͤnig René darum, daß er, vom
Schickſal verfolgt, eine gemeinere Quelle des Troſtes
fuͤr ſich gefunden hat, die Euer ſtolzer Geiſt Euch


