Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Mit einem Achſelzucken, das verrieth, daß ihm diefer Auftrag gar nicht angenehm war, entfernte ſich Schre⸗ ckenwald, und Anna benützte ſeine Abweſenheit, Arthur heimlich zuzuflüſtern:„Lebt wohl! Lebt wohl! nehmt dieſes Zeichen der Freundſchaft und tragt es mir zu liebe. Möchtet Ihr glücklich werden.“

Sie ſchob ihm mit ihren zarten Fingern ein kleines Päckchen in die Hände; er wollte ihr danken, aber ſte war ſchon einige Schritte entfernt, und Schreckenwald, der wieder an ſeiner Seite Platz genommen hatte, rief ihm mit ſeinem gewoͤhnlichen rauhen Tone zu:„Kommt, ich habe die Herberge, die Ihr ſucht, gefunden, und keine Zeit, lange den Wegweiſer zu machen.“

Mit dieſen Worten ritt er voran, und Arthur folgte ihm ſchweigend bis an den Punkt, wo eine breite Straße die, in welcher ſie von dem Fluſſe herkamen, gerade durchſchnitt.

„Dort iſt der fliegende Hirſch,“ ſagte Schreckenwald, anf einen großen Schild deutend, der an einem ſtarken Balken befeſtigt, beinahe über die ganze Breite der Straße hin ſich erſtreckte.„Bei dieſem Wegweiſer, denke ich, könnt Ihr nicht mehr fehl gehen.“

Mit dieſen Worten warf er ſein Pferd herum, und kehrte ohne weiteren Abſchied zu ſeiner Truppe zurück. Auch Arthurs Blicke hafteten noch einige Zeit auf dieſer, alsbald gedachte er aber ſeines Vaters, gab ſeinem müden Pferde die Sporen, und hielt bald vor dem fliegenden Hirſch.