Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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59 nem Gefühle nicht hingeben, das für uns Beide trau⸗ rige Folgen haben könnte.“

„Höret mich, ehe ich Euch Lebewohl ſage auf ewig; hört man ja doch auch den Beklagten, ſo ſchlimm ſeine Sache iſt. Ich bin Ritter, und Sohn und Erbe eines Grafen, deſſen Name in England und Frankreich und überall, wo die Tapferkeit geehrt wird, bekannt iſt.“

„Ach!“ ſprach ſie mit ſchwacher Stimme,„ſchon lange ahnte ich, was Ihr mir ſagt, doch ſtehet auf, ich bitte Euch.“

„Erſt, wenn Ihr mich gehört habt,“ fuhr Arthur fort, ihre zitternde Hand ergreifend, die ſie ihm ohne Sträuben überließ.„Höret mich,“ ſprach er mit dem Feuer der erſten Liebe,„mein Vater und ich ſind mit einer ſehr gefährlichen Sendung beauftragt, deren Er⸗ folg ſehr zweifelhaft iſt. Schlägt ſie günſtig aus, ſo werdet Ihr mich bei meinem wahren Namen nennen hören; falle ich, ſo weinet mir eine Thräne nach. Ent⸗ komme ich der Gefahr, ſo habe ich noch ein Pferd, eine Lanze und ein Schwert, und Ihr ſollt rühmlich von mir reden hören.“

„Stehet auf,“ wiederholte ſie und ihre Thränen flo⸗ ßen,„ich habe genug gehört, Euch weiter ein Ohr lei⸗ hen, hieße Wahnſinn und könnte Euch und mir verderb⸗ lich werden.“

„Nur noch ein Wort: ſo lange ich lebe, wird mein Herz für Euch ſchlagen, ſo lange mein Arm nicht er⸗ lahmt, wird er bereit ſeyn, Euch zu ſchützen.“

In dieſem Augenblicke ſtürzte Annette in's Zimmer