Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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38 „Freilich,'s iſt mein Ludwig; mein Herz wird nie ſo falſch ſeyn, ſeinen Auserwählten zu verläugnen.“ „Aber wozu ſoll das Alles führen?“ fragte Anna ungeduldig. 4 „Zu etwas ganz Einfachem, denke ich,“ gab Annette zurück.„Prieſter und Gebetbuch ſind nicht weit, ſprecht Euch gegen Euren Geliebten aus, oder hört von ihm ſeine Geſinnung, gebt Euch die Hand, kehrt ruhig als Mann und Weib nach Geierſtein zurück, und bringt dort Eure Sachen in Ordnung, bis Euer Ohm zurück⸗ kehrt. So würde es eine ſchlichte Schweizerin machen..“ „Und ihrem Vater das Herz brechen, warf Anna mit einem Seufzer ein. 3 „Sein Herz iſt härter als Ihr glaubt. Nachdem er ſo lange Zeit ohne Euch gelebt hat, wird es ihm leich⸗ ker werden, Eurer vollends zu entbehren, als Euch, in ſeine Plane einzugehen, und die Gattin eines erlauch⸗ ten Grafen zu werden wie der Hagenbach war, den wir ein ſo erbauliches Ende nehmen ſahen, zum war⸗ nenden Beiſpiel für alle Raubritter am Rheine.“ „Dein Plan taugt nichts, Annette, er iſt nur der kindiſche Traum eines Mädchens, das von der Welt nichts weiß, als was ſie hörte, während ſie ihre Kühe molk. Bedenke, daß mein Oheim ſehr ſtrenge Begriffe von kindlichem Gehorſam hat, und ich alles bei ihm verlieren würde, wenn ich gegen den Willen meines Vaters handelte. Warum anders bin ich hier, warum hat er die Vormundſchaft über mich aufgegeben? War⸗ um mußte ich Gewohnheiten ablegen, die mir theuer ge⸗