33 gelernt,“ ſagte ſie, als ſie ſah, daß Arthur etwas furchtſam über die ſchwanke Brücke ging.
Der Gedanke, daß Anna ihn beobachten könnte, gab Arthur die nöthige Faſſung, und er ſchritt eben ſo kaltblütig über das Brett, wie einſt über die gefähr⸗ lichere Brücke beim Schloſſe Geierſtein. Sobald er durch das Fenſter eingeſtiegen war, zog Annette die Maske ab und hieß ihn willkommen in Deutſchland bei alten Freunden mit neuen Namen.
„Anna von Geierſtein,“ fuhr ſie fort,„iſt nicht mehr, Ihr findet ſtatt ihrer die Baronin von Arnheim, die ihr völlig gleich ſieht, und ich, im Schweizerlande An⸗ nette Beilchen, die Magd eines Mädchens, das nicht viel höher geachtet war als ich, bin nun die Kammer⸗ frau der Baronin.“ 1
»Wenn Ihr das ſeyd,“ ſagte Arthur,„ſo ſagt der Baronin, wie ſie jetzt heißt, daß ich auf das Schloß gekommen ſey, ohne etwas von ihrer Anweſenheit zu wiſſen.“
»Nein, nein!« entgegnete ſie lachend,„ich weiß beſ⸗ ſer, was ich zu ſagen habe, Ihr ſeyd nicht der erſte Hauſirer, der die Gunſt einer vornehmen Frau gewon⸗ nen hat; aber da darf man nicht ſo ſchüchtern und ſcheu ſeyn. Ich will ihr vog Liebe vorſprechen, die der Rhein nicht zu löſchen vermöge, und die Euch hie⸗ her getrieben habe.“
„Aber Annette, Annette!“ »Pfui doch, kürzt den Namen ab, ruft Anne, Anne,
und Ihr dürft eher Antwort erwarten.“ Walter Scort's Werke. 1608 Boͤchn. 5


