Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gern erfuͤllte Arthur ihre Bitte und ſagte:Ich will mich entfernen, ſchoͤnes Maͤdchen, ſo weit Ihr wollt, aber erlaubt mir dagegen, zu fragen, ob in der Naͤhe nicht ein Kloſter, ein Schloß oder eine Her⸗ berge iſt, wo ein Fremder, der ſich verſpaͤtet hat und muͤde iſt, Nachtlager finden koͤnnte?

Das Maͤdchen, deſſen Geſicht er bisher noch nicht deutlich geſehen hatte, erwiederte mit unterdruͤckter Lachluſt und auf die fernen Thuͤrme deutend:Meint Ihr, das Schloß dort habe kein Plaͤtzchen, wo man einen Fremden unterbringen koͤnnte?«

Platz wohl genug, verſetzte Arthur,aber viel⸗ leicht fehlt es an gutem Willen.

Ich ſelbſt, fuhr das Maͤdchen fort,gehoͤre zu den Burgleuten, die Ihr ſo ſehr zu fuͤrchten ſcheint und ſtehe Euch dafuͤr, daß Ihr dort Aufnahme fin⸗ den werdet; da Ihr aber eine ſo feindſelige Sprache fuͤhrt, ſo muß ich nach Kriegsbrauch mein Viſir nie⸗ derlaſſen.

Bei dieſen Worten barg ſie ihr Geſicht unter ei⸗ ner ſogenannten Reitmaske, wie ſie die Frauen je⸗ ner Zeit bei Ausgaͤngen zu tragen pflegten, um ihr Geſicht gegen die Sonne zu ſchuͤtzen oder ſich neu⸗ gierigen Blicken zu entziehen. Allein ehe ſie damit fertig wurde, hatte Arthur das freundliche Geſicht Annettens entdeckt, die, obgleich nur eine Zofe von Anna, doch im Hanſe des Landammann viel galt. Sie war eine muntere Dirne, nicht an Rangunter⸗ ſchied gewoͤhnt, auf den die ſchlichten Schweizer we⸗