Teil eines Werkes 
160. Bändchen = Neue Folge, 10. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 4. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Das iſt eine ſchwere Anklage, Bruder, verſetzte der Stuhlherr, als der Ankläger geendigt hatte,wie willſt Du ſie beweiſen?

Gemäß den geheimen Geſetzen, die nur Eingeweihte hören dürfen.

Gut, aber ich frage Dich noch einmal, welches ſind dieſe Beweiſe? Du ſprichſt vor heiligen, geweih⸗ ten Ohren.

Ich beweiſe meine Anklage durch das Geſtändniß des Beklagten ſelbſt, und durch meinen Schwur auf die heiligen Zeichen des heimlichen Gerichts.

Dieſer Beweis iſt geſetzlich, ſprach einer der Rich⸗ ter auf der vordern Bank,und zum Fortbeſtande des Gerichts, das wir zu erhalten feierlich geſchworen ha⸗ ben, iſt es nöthig, daß ſolche Verbrechen nicht unge⸗ ſtraft bleiben. Karl von Burgund hat ſchon Fremde genug in ſeinem Heere, das er leicht gegen das heilige Gericht berufen kann, und beſonders Engländer, die hartnäckig an ihren Gebräuchen hängen, nnd die ande⸗ rer Länder verwerfen. Dieſem Geiſt des Wiederſpruchs muß ein Ende gemacht werden, und wenn bewieſen iſt, daß der Angeklagte zu denen gehört, die ſolche Anſich⸗ ten nähren und verbreiten, ſo muß Schwert und Strick gegen ihn gehandhabt werden, das iſt meine Meinung.

Ein allgemeines Gemurmel ſchien zu billigen, was der Redner geſprochen hatte, denn Alle wußten ſehr gut, daß die Macht des Gerichts mehr von dem Glau⸗ ben, es ſey tief gewurzelt, als von Achtung für daſſel⸗ be abhieng, allein Philipſon antwortete mit Feſtigkeit: