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daß er in Gefahr iſt, ihm nicht zur Flucht zu rathen, noch dazu behülflich zu ſeyn, keinem Angeklagten Klei⸗ dung, noch Speiſe, noch Schutz zu geben, ſelbſt wenn mein Vater um ein Glas Waſſer mich bäte in der größten Hitze des Sommers, oder mein Bruder, daß er an meinem Heerd ſich wärmen dürfe in der kälteſten Winternacht. Außerdem gelobe und verſpreche ich, dieſe heilige Verſammlung zu ehren und ihre Befehle ſchnell und treu zu vollziehen. Zu Zeugen deß nehme ich Gott und die heiligen Evangeliſten.“ 1 „Nach dieſem Eide wandte ſich der Stuhlherr an die Berſammlung und fragte, warum das Strick⸗Kind*) gebunden vor ihnen erſchtenen ſey. Alsbald erhob ſich Einer von der zweiten Bank und erklärte ſich, mit einer Stimme, die Philipſon zu kennen ſchien, für den Ankläger.
„Führt den Gefangenen vor,“ fuhr der Stuhlherr fort;„man bewache ihn ſorgfältig, behandle ihn aber nicht mit einer Strenge, die ſeine Aufmerkſamkeit ab⸗ zieht und ihn hindert, zu hören und zu antworten.“
Sechs von den Umſtehenden ſchoben nun die Fall⸗ thüre, auf der ſich Philipſon mit ſeinem Bette befand, nach vornen und blieben am Fuße des Altares ſtehen. Jeder zog ſeinen Dolch. Zwei lösten die Bande des Engländers und ſagten ihm mit leiſer Stimme, daß er
*) So hieß jeder vor dieſem Gericht Angeklagte. Der Verfaſſer. Walter Scort's Werke. 1608 Boͤchn. 2
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