13³ Leib und Leben, Blut und Bein Setzen wir zux Buͤrgſchaft ein, Daß nach Fug und Brauch geſchehen.
Nun fuhren die Uebrigen, wie zuvor, ihr Lied zu linden fort: Wie weit die Nacht?— wirft fruͤhen Schein Das Morgenroth ſchon uͤber'n Rhein? Welch Klaͤnge ſeinem Rauſchen ſich vermaͤhlen! Sind's Voͤglein, die die ſaͤumige Sonne ſchmaͤlen? Drum Bruͤder, raſch Euch aufgemacht! Antwortet wahr: wie weit die Nacht?
Die Antwort wurde weniger laut als das erſtemal gegeben, und es ſchien, daß die, von welchen ſie kam, viel entfernter waren, als zuvor, doch hörte man deut⸗ lich die Worte:
Die Nacht iſt alt; auf breiter Bruſt des Rhein
Glaͤnzt noch der muͤden Sterne matter Schein; Es will in Oſten noch nicht tagen,
Nur eine Stimme fluͤſtert auf der Fluth:
Die Sterne droben fordern Blut um Blut, 's iſt Zeit zu folgen, ſonder Zagen.
Der Chor erwiederte durch viele Stimmen vermehrt:
Auf denn! geht der Tag zur Ruhe, Des Gerichtes Morgen graut. Darum auf! ſchlaftrunkne Augen Nimmermehr dem Naͤcher taugen⸗ Iſt die Nacht doch ſeine Braut.
Die Weiſe des Lieds ließ Philipſon bald erathen, 3 daß er unter den eingeweihten oder weiſen Männern ſey, Namen, womit man die berühmten Schöffen des


