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111 Rede alſo ſchloß:„Ja, Herr, Ihr könnt gehen, wenn Ihr wollt, aber meiner Seele, nicht in eine andere Herberge, ſondern in den Stall, wo Ihr auf der Streue ſchlafen könnt, ein ſolches Bett iſt gut genug für einen, der eine gute Geſellſchaft zuerſt verlaſſen will.“
„Ihr habt Recht, Herr Wirth,“ ſchrie ein reicher Regensburger Kaufmann dazwiſchen;„wir ſind immer noch ein halbes Dutzend, und wohl im Stande, die al⸗ ten, löblichen, deutſchen Bräuche aufrecht zu erhalten.“
»Erzürnt Euch nicht, mein Herr,“ ſagte Phitipſon, „Ihr ſollt haben, was Ihr wollt mit Euern drei Be⸗ gleitern, die der gute Wein Euch doppelt ſehen läßt, und wenn Ihr mir nicht erlaubt zu Bette zu gehen, ſo werdet Ihr's nicht übel nehmen, wenn ich auf mei⸗ nem Sitze einſchlafe.“
„Was haltet Ihr davon, Herr Wirth,“ fuhr der Regensburger fort.„Der Mann iſt trunken, wie Ihr ſeht, weil er nicht weiß, daß drei und eins ſechs ma⸗ chen, ich ſage alſo trunken, kann man ihn da auf dem Stuhle einſchlafen laſſen?«
Philipſon benützte den Streit, der ſich darüber erhob, dazu, um ſich etwas zurückzuziehen, und wenn er nun⸗ auch nicht ſchlafen konnte, wie er es gewünſcht hatte, ſo war er doch den Blicken des Wirths nicht mehr ausgeſetzt, welcher Jedem ein finſteres Geſicht machte, der nicht häufig den Becher leerte. Seine Gedanken weilten an einem ganz andern Orte und auf Gegen⸗ ſtänden, die mit dem Geſpräche ſeiner Mitgäſte nicht⸗


