Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Der Wirth bemerkte dieſes, und vom Wein aufgehei⸗ tert, fing er an ſeinen Witz gegen die Leute ſpielen zu laſſen, die Andern die Freude verderben, wodurch er offenbar auf den Engländer anſpielte. Dieſer ant⸗ wortete ruhig, er fühle wohl, daß er dieſen Abend nicht in eine fröhliche Geſellſchaft tauge, und wenn die Herren es erlauben, ſo werde er zu Bette gehen. Die⸗ ſer Vorſchlag, den man anderswo für ſehr billig und vernünftig gehalten hätte, galt hier für einen Hoch⸗ verrath an den Zechgeſetzen. 1

Wer ſeyd Ihr, ſchrie der Wirth,daß Ihr Euch herausnehmt, vom Tiſch aufzuſtehen, ehe die Zeche be⸗ zahlt iſt? Der Tenfel! wir ſind nicht die Leute dazu, uns ungeſtraft foppen zu laſſen. So mag's bei Euch zu Lande Brauch ſeyn, aber nicht bei Jan Mengs zum goldenen Vließ, ich dulde nicht, daß Einer meiner Gäſte zu Bette geht, ehe die Zeit, die Zeche zu zah⸗ len gekommen iſt, und mich und die ganze Geſellſchaft⸗ zum Beſten hat..

Philipſon blickte umher, um zu ſehen, was ſeine Tiſchgenoſſen dächten, er fand aber in ihren Augen nichts, was ihn ermuthigt hätte, ſie um ihr Urtheit zu befragen. Nur ſehr Wenige waren noch nüchteru, und die, die noch im Stande waren auf das, was um ſie her vorging, zu achten, waren alte Zecher, die die Meinung des Wirths theilten, und den Engländer für einen Schlaukopf anſahen, der aufbrechen wollte um nicht noch mehr bezahlen zu müſſen, Mengs hatte da⸗ her die ganze Geſellſchaft auf ſeiner Seite, als er ſeine