Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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er ſuchte daher den Wirth ſelbſt auf, um ſich von dieſem ein beſonderes Zimmer geben zu laſſen. Ein alter Diener, den er nach ſeinem Herrn fragte, zeigte ihm dieſen hinter dem großen Ofen, wo er in einer dunkeln, warmen Ecke ſaß. Es war ein kleiner Mann, aber ſtark von Gliedern, mit krummen Beinen und wichtiger Miene, im Geſicht und Benehmen aber unterſchied er ſich von den muntern, freundlichen Wirthen in Frankreich und England noch mehr als Philipſon bei aller ſeiner Erfahrung erwartet hatte. Seine Antworten waren kurz abgebrochen, ſeine Stir⸗ ne kraus und finſter, und ſein Ton und Beneh⸗ men hatten etwas eben ſo Hartes, als ſeine Worke, was man durch das folgende Geſpraͤch zwiſchen ihm und dem Englaͤnder beſtaͤrigt finden wird.

Ich bin muͤde, Herr Wirth, begann Philipſon ſo hoͤflich als moͤglich,und mir iſt nicht ganz wohl darf ich Euch daher bitten, mir ein beſonderes Zim⸗ mer zu geben, und mir eine Flaſche Wein mit etwas Speiſe dorthin bringen zu laſſen?«

»Das koͤnnt Ihr, gab der Wirth zur Antwort, aber mit einem Tone und einer Miene, die keines⸗ wegs zu ſeinen Worten paßte.

So laßt mich ſo bald als moͤglich in ein anderes Zimmer fuͤhren.

Nur gemach, ich habe Euch geſagt, Ihr koͤnnt da⸗ rum bitten, aber nicht, daß Ihr's erhalten ſolltet. Wenn Ihr anders bedient ſeyn wollt, als die Ueb⸗ rigen, ſo muͤßt Ihr anders wohin gehen.