Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Philipſon warf einen Blick umher, und ſagte dann mit feſtem Tone zu Arthur:Gehe mein Sohn, und thue, was ich Dich geheißen.

Das Herz voll Angſt, von kindlicher Liebe zerriſſen, gehorchte Arthur, und ging allein den Schifferhütten zu.

Will uns Euer Sohn verlaſſen? fragte der Führer.

Nur auf einen Augenblick, er hat die Schiffer Ei⸗ niges zu fragen.

Wenn's wegen des Weges iſt, ſo kann ich Euch beſſere Auskunft geben, als die unwiſſenden Leute, die kaum die Sprache verſtehen, die Ihr redet.

Wenn es eines Dollmetſchers dabei bedarf, ent⸗ gegnete Philipſon,ſo werden wir Euch dazu gebrau⸗ chen, unterdeſſen führt mich in die Kapelle, wo mein Sohn ſpäter zu uns kommen wird.«

Langſam gingen ſie derſelben zu, und Beide ſaßen alle Augenblicke verſtohlen nach den Hütten, der Füh⸗ rer, um zu ſehen, ob der andere Reiſende ihnen nach⸗ käme, der Vater ungeduldig, auf dem breiten Strome ein Segel zu entdecken, das ſeinen Sohn an das ſichere Ufer brächte.

Als Philipſon mit ſeinem Führer an der Kapelle an⸗ langte, benützte der Letztere das Schweigen ſeines Be⸗ gleiters mit lauter Stimme einige Verſe zum Lobe der heiligen Jungfrau und ihres treuen Dieners Hanns zu ſingen, worauf er begeiſtert ausrief:

Kommet hieher, die ihr Schiffbruch fürchtet, hier

iſt der Hafen, wo ihr werdet ſicher ſeyn! Kommet hie⸗ her, die ihr dürſtet, hier iſt ein Brunnen der Gnade,