Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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gion habt, und ein zu guter Katholik ſeyd, als daß Ihr an einem heiligen Orte gleichgültig vorübergehen ſolltet, zumal, da alle Menſchen, weß Standes und Gewerbes ſie ſeyen, den Heiligen verehren, der der beſondere Schutzpatron ihres Gewerbes iſt. Ich hoffe daher, daß Ihr als Kaufmann nicht an der Kapelle unſerer lieben Frau zur Fähre vorübergehen werdet, ohne dort das ſchickliche Gebet zu verrichten.

Ich habe noch nie von einer ſolchen Kapelle reden gehört, und da mein Geſchäft dringend iſt, ſo iſt es beſſer, in einem gelegenern Zeitpunkte dorthin zu wall⸗ fahrten, als jetzt meine Reiſe dadurch zu verzögern. Gefällt es Gott, ſo werde ich dieß auf eine Art thun, daß ich entſchuldbar bin, wenn ich dieſe Handlung der Frömmigkeit aufſchiebe, bis ich ſie mit mehr Muße thun kann.

Werdet mir nicht böſe, Herr, wenn ich Euch ſuge, daß Ihr in dieſem Stücke einem Thoren gleichet, der am Wege einen Schatz findet, aber ihn nicht aufſam⸗ melt, um ihn mit ſich zu nehmen, ſondern ein ande⸗ res Mal wieder kommen will, um ihn zu holen.

Etwas erſtaunt über die Hartnäckigkeit dieſes Men⸗ ſchen wollte Philipſon ihm verdrüßlich antworten, wurde aber durch die Ankunft dreier Perſonen daran gehin⸗ dert, die bisher hinter ihnen gezogen waren, und in dieſem Augenblicke zu ihnen ſtießen. Die Erſte war eine Frau, ſehr zierlich gekleidet, auf einem ſpaniſchen Zelter, den ſie eben ſo geſchickt als aumuthig leitete. Auf ihrer rechten Hand ſaß ein Falke, ihren Kopf be⸗