70 richten zu können, ſtützt, wenn er will„ daß wir uns ihm ganz anvertrauen.“
„Das darf ich nicht, Rudolph,« entgegnete der Eng⸗ länder,„ich bin weit entfernt, in Eure Geheimniſſe eindringen zu wollen, die meinigen aber ſind heilig. Hätte ich nur meine eigene Sicherheit im Auge, ſo wäre es am klügſten, mich ſogleich von Euch zu trennen. Allein der Zweck Eurer Sendung iſt der Friede, Eure unmittelbare Rückkehr in die Schweiz müßte nach dem, was geſchehen iſt, nothwendig den Krieg herbeiführen, ich glaube aber, Euch beim Herzog eine Audienz aus⸗ wirken zu können, wo Ihr frei und ohne Gefahr mit ihm ſprechen möget, und wo es den Frieden der Chri⸗ ſtenheit gilt, bin ich bereit, allen Gefahren zu trotzen, die mich perſönlich betreffen.«
„Genug, geehrter Gaſt,“« unterbrach ihn der Land⸗ ammann,„wir zweifeln nicht an Eurer Redlichkeit, die Euch deutlich auf die Stirne geſchrieben iſt, und wollen lieber, ſelbſt mit Lebensgefahr, an den Hof des despoti⸗ ſchen Herzogs ziehen, als der Sendung, womit das Va⸗ terland uns beauftragt hat, uns nicht entledigen. Nicht blos auf dem Schlacht feld ſchlägt der brave Mann ſein Leben in die Schanze, es gibt auch andere Gefahren, denen zu trotzen gleich ehrenvoll iſt, und wenn das Beſte des Vaterlands es fordert, daß wir ihnen begegnen, ſo wird wohl keiner von uns zaudern.“
Die übrigen Geſandten gaben durch Kopfnicken ihre Zuſtimmung, und es wurden nun Anſtalten zur Wei⸗ terreiſe getroffen.


