65⁵ Paket an den Herzog, das mir bei ihm zur Beglaubi⸗ gung dienen ſollte, geraubt worden wäre.“
„Ein ärmlicher Vorwand,“ flüſterte Rudolph dem Bannerträger ins Ohr,„um von uns für die Waaren, die ihm geſtohlen worden ſind, Entſchädigung zu er⸗ halten.“
Der Landammann ſelbſt mochte einen Augenblick die⸗ ſen Gedanken haben, denn er entgegnete:„Wir achten uns für gehalten, Euch, wenn unſere Mittel ausreichen, für den Verluſt zu entſchädigen, den Ihr, weil Ihr auf unſern Schutz zähltet, erlitten habt.“
»Und wir werden das,“ fiel Bonſtetten ein,„ſollte es uns auch zwanzig Zechinen koſten.“ 15
„Ich habe durchaus keine Anſprache an Entſchädi⸗
gung,“ fuhr Philipſon fort,„da ich mich von Euch trennte, ehe ich zu Schaden gekommen war, und der Verluſt ſchmerzt mich weniger wegen der Sache ſelbſt, ob ſie gleich von viel höherem Werthe war, als Ihr Euch vorſtellen könnt, als, weil ſie ein Erkennungs⸗ zeichen zwiſchen einer hohen Perſon und dem Herzog von Burgund ſeyn ſollte. Nun, da ſie mir geraubt worden, fürchte ich, daß mir Karl nicht das geringſte Vertrauen ſchenken wird.“ „Das wichtige Paket,“ ſagte der Landammann,„ſoll ſorgfältig geſucht und Euch wieder zugeſtellt werden. Keiner von uns Schweizern kennt den Werth ſeines Inhalts, und wenn es einem von unſern Leuten in die Hände gerathen iſt, ſo bringt er es Euch als Kleinig⸗ keit, die für ihn keine Bedeutung hat.“
Walter Scott's Werke. 1598 Bochen..5


