Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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58 ſie waren Gatten und Väter, und hatten das Recht, im Rath zu ſitzen, und die erſten zu ſeyn, wenn es zu handeln galt. Doch genug, ich überlaſſe es dem Nathe Eurer Stadt, was Ihr gethan, zu billigen oder zu tadeln. Aber warum habt Ihr, Bannerträger von Bern, und Ihr, Rudolph und Bonſtetten, den Unglück⸗ lichen nicht in Euren Schutz genommen? Ihr hättet dem Herzog dadurch bewieſen, daß es Verläumdung ſey, wenn man ſagte, wir ſuchen Gelegenheit zum Bruch mit ihm, und reizen ſeine Unterthanen zur Empörung.“

„So wahr ich lebe, Nachbar und Gevatter,“ ant⸗ wortete Bonſtetten,„ich wollte Work für Wort thun, was Ihr da geſagt habt, und dem Statthalter zu Hülfe eilen, da erinnerte mich Rudolph an Euren Befehl, kein Schweizer ſolle aus den Reihen treten, und die Basler mögen für das, was ſie thun, allein verant⸗ wortlich ſeyn. Wahrhaftig, dacht' ich da bei mir, mein Gevatter Arnold weiß beſſer, als wir, was zu thun iſt.“

„O! Rudolph, Rudolph,« klagte der Landammann, dieſen unzufrieden anblickend,„ſchämt Ihr Euch nicht, einen alten Mann ſo hintergangen zu haben?“

„Hintergangen! das iſt eine harte Beſchuldigung, Herr Landammann,“ ſprach Rudolph mit ſeinem ge⸗ wöhnlichen, ehrerbietigen Tone,„doch von Euch kann ich Alles ertragen, nur muß ich ſagen, daß es mir als Mitglied der Abordnung Pflicht iſt, meine Meinung vorzutragen, beſonders in Eurer Abweſenheit.“

„Ihr macht immer ſchöne Worte, Rudolph,“ erwie⸗