Teil eines Werkes 
159. Bändchen = Neue Folge, 9. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 3. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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34 ihm, um zu erfahren, was ihm begegnet ſey. Nur Rudolph zeigte weder Eifer noch Neugierde, und der ruhige Ausdruck ſeines Geſichtes veränderte ſich nicht im Geringſten. Arthur, der beinahe keinen Athem mehr hatte, ſagte ihm, daß ſein Vater ins Gefängniß geworfen und zum Tode verurtheilt worden ſey; dieß machte aber nicht den mindeſten Eindruck auf den Berner.

„Das hättet Ihr Euch einbilden können,“ ſprach er kalt,„man hat Euch ja ge arnt. Es wäre ein Leich⸗ tes geweſen, dem Unglück vorzubeugen, aber es nun abzuwenden, iſt vielleicht nimmer möglich.“

„Freilich, freilich,“ rief Arthur die Hände ringend, „Ihr war't vorſichtig, und wir haben thöricht gehan⸗ delt. Aber ich beſchwöre Euch, denkt jetzt im Augen⸗ blick der höchſten Gefahr nicht an unſere Thorheiten, beweiſet den Muth und Edelſinn, den man an Euch rühmt, leiſtet uns Hülfe in unſerer furchtbaren Lage.“

„Aber wie, auf welche Weiſe?« warf Rudolph ein,

der noch zu zögern ſchien.„Wir haben die Basler,

die uns Beiſtand leiſten wollten, verabſchiedet, ſo viel Einfluß hat Euer Beiſpiel auf uns gehabt, jetzt ſind wir kaum noch zwanzig Mann, wie ſollen wir da eine feſte Stadt angreifen, deren Beſatzung uns an Zahl vielleicht ſechsmal überlegen und gut bewaffnet iſt?“ „Ihr habt Freunde in der Stadt,“ erwiederte Ar⸗ thur,„das weiß ich gewiß. Ein Wort in's Ohr: Der

Prieſter von Sanct Paul läßt Euch durch mich ſagen,

er erwarte Euch am Ausfallthore auf der Nordſeite, um Euch ſeinen Segen zu geben.“