20 feſte unerſchrockene Benehmen des Aelteren der Ge⸗ fangenen uͤberzeugt, daß er von edler Abkunft ſey,
ynd ibe alfa durch ſeine Enthauptung das verſpro⸗ chene Recht zu Theil werde.
„'öEr koͤnnte Recht haben,« ſagte Archibald,„denn hier iſt ein Stuͤck Pergament, auf dem der Ueberbrin⸗ ger des Schmucks dem Herzog empfohlen, und dieſer gebeten wird, das Geſchmeide als Unterpfand von einer ihm wohl bekannten Perſon anzunehmen, und dem Ueberbringer ſein voͤlliges Zutrauen zu ſchenken.“«
„Von wem iſt das Schreiben unterzeichnet, wenn ich mir die Freiheit nehmen darf, zu fragen,“ hob Kilian wieder an.
„Es hat keine Unterſchrift, und wahrſcheinlich ſoll das Halsband oder die Handſchrift dem Herzog ſa⸗ gen, wer der Schreiber iſt.“
Er warf bei dieſen Worten wieder einen Blick auf die Diamanten. Der Scharfrichter ſetzte den vertrau⸗ lichen Ton, den er den Statthalter gewiſſermaßen zu dulden gezwungen hatte, fort, und kam wieder auf ſein Lieblingsthema, wobei er behauptete, unmoͤglich koͤnnte man einem Menſchen von niedriger Herkunft einen ſo koſtbaren Schmuck anvertraut, und ihm ein Schreiben mit ſo ausgedehnter Vollmacht gegeben haben.
„Du irrſt Dich, du Narr!« entgegnete Archibald, „die Koͤnige bedienen ſich heutzutage der gemeinſten Werkzeuge zu den wichtigſten Verrichtungen. Ludwig z. B. hat ſeinem Barbier und ſeinen Kammerdienern Auftraͤge gegeben, die ſonſt nur Herzoge und Pairs


