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„Nur ein treuer Diener, wie Euer Gnaden ſagten,« ſprach der Scharfrichter, langſam vortretend.
„Elender, wie wagſt Du's, mich ſo zu belauern?« fuhr der Statthalter fort.
„Seyd deßhalb ruhig,« fiel Kilian ein,„der ehr⸗ liche Franz hat keine Zunge zum Reden, und keine Ohren zum Hoͤren, als wie es Euer Gnaden gefaͤllt. Ueberdieß war es noͤthig, daß wir ihn in's Vertrauen zoͤgen, denn er muß die Kraͤmer aus der Welt ſchaf⸗ fen, und zwar unverzuͤglich.«
„Wirklich!« ſprach Archibald,„ich hatte geglaubt, man koͤnne ſie laufen laſſen.«⸗
„Daß ſie dem Herzog von Burgund melden, auf welche Art der Statthalter in La Ferette, ſein Schatz⸗ meiſter von den erhobenen Zoͤllen und den eingezo⸗ genen Waaren Rechnung ablegt?⸗
„Du haſt Recht, Kilian, die Todten ſind ſtumm, und koͤnnen weder beichten noch anklagen. Scharf⸗ richter, Du mirſt ſie beſorgen⸗
„Recht gerne,“ verſetzte dieſer,„jedoch unter der Bedingung, daß mir, wenn die Hinrichtung insge⸗ heim geſchehen ſoll, das Recht, den Adelsbrief anzu⸗ ſprechen, ausdruͤcklich vorbehalten bleibt, und die Hin⸗ richtung in Bezug auf meine Rechte fuͤr eben ſo guͤl⸗
tig erklaͤrt wird, als waͤre ſie auf oͤffentlichem Platze geſchehen.«
Hagenbach ſah ihn an, als verſtaͤnde er ihn nicht,
und Klian erklaͤrte ihm, den Scharfrichter habe das
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