10⁰4— „Es ſey,«c erwiederte der Schweizer,„aber Du haſt nicht das Recht, mir einen Vorwurf zu machen, denn ich habe Dir gleiche Waffe angeboten. Und nun hoͤre: Unſer Kampf geht auf Leben und Tod, das Rauſchen des Stromes drunten iſt das Todtengelaͤute fuͤr einen von uns Zweien. Lange hat er kein Waffen⸗ getoͤſe mehr gehoͤrt, betrachte ihn wohl, denn, wenn Du faͤllſt, ſo werfe ich Deinen Leichnam in ſeine Wogen.«
„Und wenn ich Sieger bin, ſtolzer Schweizer,« verſetzte Arthur,„ſo laſſe ich Dich in der Kirche zu Einſiedeln beſtatten, und Meſſen leſen fuͤr die Ruhe Deiner Seele; Dein Schwert ſoll uͤber Deinem Grabe haͤngen, und eine Inſchrift den Voruͤbergehenden ſa⸗ gen: Hier ruht ein Berner Baͤr, den der Englaͤnder Arthur getoͤdtet.«
„Es fehlt in der Schweiz nicht an Bergen,« ſagte Rudolph veraͤchtlich,„aber Du findeſt keinen Stein, auf den Du dieſe Inſchrift graben koͤnnteſt; bereite Dich zum Kampfe.«
Arthur warf einen ruhigen uͤberlegenden Blick auf den Ort, der zum Kampfplatz dienen ſollte, ſtellte ſich mitten in den Hof, wo keine Truͤmmer lagen, warf
den Mantel ab, und zog ſein Schwert.
Rudolph hatte anfangs geglaubt, ſein Gegner ſey ein Weichling, den er mit dem erſten Schlage ſeines furchtbaren Schwertes niederſtrecken koͤnnte, allein die feſte gut gewaͤhlte Stellung Arthurs zeigte ihm nun, uuß ſeine ſchwere Waffe ihn in Nachtheil bringen


