103 „mache dieſer Klinge keine Unehre, Fremdling, Ernſt wuͤrde mir es nie verzeihen, willſt Du aber lieber die meinige, ſo haſt Du die Wahl.«
Nicht ohne Erſtaunen betrachtete der Englaͤnder die Waffe, deren er ſich nicht zu bedienen wußte, und erwiederte:„In allen Laͤndern, wo man die Geſetze der Ehre kennt, hat der Herausgeforderte die Waffen zu waͤhlen.“
„Wer auf einem Schweizerberge kaͤmpft, muß Schweizerwaffen haben,«I entgegnete Rudolph,„meinſt Du, unſere Haͤnde ſeyen dazu geſchaffen, ein Meſſer⸗ lein zum Federſchneiden zu handhaben?«
s»„Und die unſrigen ſind nicht gewohnt Senſen zu fuͤhren,« ſprach Arthur, warf einen Blick auf das ungeheure Schwert, und murmelte zwiſchen den Zaͤh⸗ nen:„Usum non habeo; ich weiß dieſe Waffe nicht zu fuͤhren.“
„»Reut Dich der eingegangene Handel?“ ſchrie der Schweizer,„wenn das iſt, ſo geſtehe Deine Feigheit, und mache Dich fort von hier, ohne etwas zu fuͤrch⸗ ten, ſprich offen, ſtatt Latein zu welſchen, wie ein geſchorner Moͤnch.«
„„Nein, Uebermuͤthiger,« verſetzte der Englaͤnder, vich verlange keine Gnade von Dir, ich dachte nur an einen Kampf zwiſchen einem Hirtenjuͤngling und einem Rieſen, worin Gott dem Schwaͤcheren den Sieg verlieh. Ich kaͤmpfe ſo, wie Du mich ſiehſt, mein Schwert wird mir auch hier, wie ſchon oft geſchehen, ausreichen.«


