10⁰0 alle Muße an unſerem Bund Rache zu nehmen, wor⸗ nach er ſchon ſo lang dürſtet.«
Während dieſes Geſprächs kamen ſie auf den Gras⸗ platz vor dem Hauſe zurück, wo nun an die Stelle der Leibesübungen ein Tanz getreten war, an welchem die jungen Leute beiderlei Geſchlechts, Theil nahmen. Anna und Arthur führten den Reigen, etwas ſehr Natür⸗ liches, weil er ein Fremder und ſie die Wirthin war; indeſſen warfen der Landammann und Philipſon einan⸗ der einen Blick zu, als hätte dieſer Umſtand ſie an Rihr voriges Geſpräch erinnert.
Anna benützte die erſte Pauſe, um ſich von dem Tanze zurückzuziehen, näherte ſich ihrem Oheim, führte ihn bei Seite und ſprach leiſe mit ihm. Philipſon be⸗ merkte, daß er ſie ernſt und aufmerkſam anhörte, und durch ein Nicken mit dem Kopfe ihr zu verſprechen ſchien, das, was ſie ihm geſagt hatte, in Ueberlegung zu ziehen.
Bald darauf wurde die Familie zum Abendeſſen ge⸗ rufen, deſſen Hauptbeſtandtheile vortreffliche Fiſche aus den nahen Seen und Flüſſen waren. Am Schluſſe deſſel⸗ ben kreiste ein Becher mit dem ſogenannten Schlaf⸗ trunk um die Tafel. Der Hansherr trank zuerſt daraus, dann nippte ſeine Nichte daran, hierauf reichte man ihn den beiden Fremden und die Uebrigen leerten ihn vollends; alsdann führte man die Fremden in ihr Zim⸗ mer, wo Philipſon und Arthur ein Bett miteinander theilten, und bald in die Arme des Schlummers ſanken.


