Teil eines Werkes 
157. Bändchen = Neue Folge, 7. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 1. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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alſo nicht in die Nothwendigkeit verſeht, mit den Waffen in der Hand ihm gegenuͤber zu ſtehen, ſon⸗ dern ich bekriegte die Raͤuber, mit denen Schrecken⸗ wald das Schloß meines Vaters gefuͤllt hatte. Nicht immer war mir das Gluͤck dabei guͤnſtig; der Vogt verbrannte waͤhrend meiner Abweſenheit mein Haus, und toͤdtete meinen juͤngſten Sohn, der die vaͤterliche Wohnung vertheidigte, meine Guͤter wurden verheert, meine Heerden weggetrieben; endlich aber erſtuͤrmte ich mit einem Haufen Landleute von Unterwalden das Schloß. Der Bund bot es mir zum Eigenthum an, allein ich wollte die Sache, fuͤr welche ich die Waffen ergriffen hatte, nicht dadurch ſchaͤnden, daß ich mich auf Koſten meines Bruders bereichert haͤtte; uͤberdieß waͤre es fuͤr mich druͤckend geweſen, in einer Feſtung zu wohnen, da ich ſchon ſo viele Jahre ein laͤndliches Leben gewohnt war. Ich lehnte alſo dieſen Antrag ab, das Schloß wurde auf Befehl des Cantons zer⸗ ſtoͤrt, und, wenn ich bedenke, zu welchen Zwecken es ſo oft gedient hatte, ſo ſehe ich es gerner in ſeinen Ruinen, als fruͤher in ſeiner Pracht.“

„»„Ich verſtehe und ehre Eure Gefuͤhle, aber noch⸗ mals muß ich geſtehen, das Pllichtgefuͤhl haͤtte mich wohl nicht vermocht, ſo ſehr uͤber die Familienbande wegzuſehen. Und was ſagte Euer Bruder zu Eurer patriotiſchen Handlungsweiſe 2«

„»Wie er es erfuhr, gerieth er in heftigen Zorn, weil er wahrſcheinlich glaubte, ich habe ſein Schloß blos in der Abſicht genommen, mich dadurch zu berei⸗