33 3 mnen, und er konnte den Gegenſtand, auf den ihn ſein Führer aufmerkſam machte, nicht erkennen.
„Es iſt Alles vergebens,“ ſagte er, ſich mit der Hand die Augen wiſchend,„ich werde nichts mehr von ihm ſehen, als den entfeelten Leichnam.“
„»Nein, Ihr werdet ihn geſund wieder fehen, der heilige Antonio will es ſo. Bleibt! ſeht Ihr nicht, wie das weiße Tuch ſich bewegt?
„Ein Stück ſeiner Kleidung, das an ſein unglückliches Schickſal erinnert! Nein, meine Augen ſehen ihn nicht, ſie haben den Sturz meines Hauſes geſehen. O, daß die Geyer, die in dieſen Bergen niſten, ſie aus ihren Höhlen gehackt hätten!«
„Aber ſo ſeht doch hin! das Tuch hängt nicht am Gebüſche, ſondern, wie ich deutlich ſehe, an einem Sta⸗ be, der hin und her bewegt wird, Euer Sohn gibt Euch damit ein Zeichen, daß er in Sicherheit iſt.“
„»Und wenn dieß wahr iſt,“ ſprach Philipfon, die Hände faltend,„ſo ſeyen geſegnet die Angen, die es ſehen, geſegnet die Zunge, die das Wort geſprochen! Wenn wir meinen Sohn wieder finden, ſo ſoll der heu⸗ tige Tag auch für dich, Antonio, ein freudiger werden.
„Ich verlange nichts weiter von Euch, als daß Ihr geduldig wartet, und Ener Ohr nicht gutem Rathe verſchließt, dann bin ich für meine Dienſte hinlänglich belohnt. Es würde einem ehrlichen Burſchen keine Ehre einbringen, wenn er Leute um ihres Eigenſinns willen umkommen ließe, denn im Grunde fällt auf den Führer
Walter Scott's Werke. 1528 Boͤchen. 3


