32 ſcheinlichere iſt, ſo nehmt die verſtegelten Papiere, die Ihr in meinem Felleiſen finden werdet, und überliefert ſie ſo ſchleunig als möglich an ihre Adreſſe. In meiner Börſe iſt noch hinreichend Geld, um mich mit meinem
unglücklichen Sohne beſtatten, und für die Ruhe mei⸗ ner und ſeiner Seele Meſſen leſen zu laſſen, und auſſer⸗
dem wird Euch noch reicher Lohn für die Reiſe bleiben.“
Der ehrliche Schweizer, der bei beſchränktem Ver⸗ ſtande doch von Natur gutherzig war, vergoß Thränen, während der Fremde alſo ſprach. Da er indeſſen fürch⸗ tete, ihn aufzubringen, wenn er ſich aufs Neue ſeinem Vorhaben widerſetzte, oder auch nur Vorſtellungen da⸗ gegen machte, ſo ließ er es ſchweigend geſchehen, daß er ſich anſchickte, in den Abgrund hinabzuſteigen, um das Schickſal ſeines unglücklichen Sohnes zu theilen. Da ließen ſich plötzlich von der Ecke her, wo die Stein⸗ maſſe ſich losgeriſſen hatte, die rauhen lang gehaltenen Töne eines Horns vernehmen, das in alter Zeit bei den Gebirgsbewohnern zu kriegeriſcher Muſik gebraucht wurde.
„Hört, Signor, hört,“ rief Antonio,„das iſt ein Wahrzeichen vom Geyerſtein, in einem Augenblicke wird man uns zu Hülfe kommen, und uns den ſicherſten Weg zeigen, Euern Sohn zu ſuchen. Und ſeht, ſeht, der Baum, deſſen grüne Zweige man durch den Nebel ſchim⸗
mern ſieht, beim heiligen Antonio, ich ſehe dort etwas Weißes— gerade hinter dem Ort, wo das Felsſtück
ſich losgeriſſen hat.« Der Vater ſuchte ſeine Blicke auf den bezeichneten
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Ort zu heften, aber ſeine Augen füllten ſich mit Thrä⸗


