23— thiſchen Thurmes, aus einem Fichtenwalde erhob. Er machte Antonio darauf aufmerkſam und fragte ihn, ob er den Ort kenne; denn er dachte mit Recht, daß die eigenthümliche Lage des Gebäudes dieſes, wenn man es einmal geſehen, nicht wieder vergeſſen laſſe. Antonio erkannte es ſogleich, und erwiederte mit froher Miene, der Ort heiße Geierſtein; er erkenne ihn nicht nur an dem Thurme, ſondern auch an der Spitze eines großen Felſens in der Nähe, auf welche früher einmal ein Lämmergeier, einer der größten Raubvögel, das Kind eines der Burgherrn getragen hatte. Während Antonio von dem Gelübde erzählte, das der Ritter vom Geier⸗ ſtein der heiligen Jungfrau zu Einſiedlen gethan, ver⸗ ſchwanden die Felſen, das Schloß, die Wälder und die Berge vor ihren Augen und wurden aufs Neue vom Nebel verhüllt. Als er aber ſeine Erzählung mit dem Wunder ſchloß, wodurch das Kind wieder in die Arme ſeines Vaters kam, rief er plötzlich:„Seht euch vor, der Sturm, der Sturm!« In demſelben Augenblicke warf der Wind den Nebel wieder auseinander und ſie hatten nun das furchtbare große Schauſpiel zum zwei⸗ tenmal vor Augen.
»Ja,“ ſprach Antonio mit triumphirender Miene, als der Wind ſich wieder gelegt hatte,„der alte Pon⸗ tius hört nicht gern von unſerer lieben Frau zu Ein⸗ ſledeln ſprechen, aber ſie ſchützt gegen ihn die, ſo ihr vertrauen, Ave Maria!“
„Der Thurm dort ſcheint unbewohnt,“ ſagte Arthur,


