17 mungen des Thales und oft an Felſen hinaufwand, mehrte noch den Wechſel, und die Reiſenden wußten zuletzt gar nicht mehr, welche Richtung ſie zu verfolgen haben.
„Ich wollte,“ hob der Aeltere wieder an,„wir hät⸗ ten eine ſolche Nadel, deren Spitze, wie die Seeleute ſagen, immer gegen Norden ſieht, und ſie in den Stand ſetzt, auf offenem Meere ihren Weg zu finden, wenn weder Sonne, noch Mond, noch Sterne ſcheinen, und kein Zeichen, weder auf der Erde, noch am Himmel,
ihnen die Richtung angibt, die ſie zu nehmen haben.“
„Sie würde uns wohl in dieſen Bergen wenig nü⸗ tzen,“ erwiederte der Jüngere,„denn wenn auch die wunderbare Nadel auf einer platten Fläche, wie das Meer iſt, ihre Spitze immer gegen Norden kehrt, ſo würde ſie doch hier nicht dieſelbe Kraft behalten, wo dieſe gewaltigen Gebirgsmaſſen ſich wie Mauern zwi⸗ ſchen dem Stahle, aus dem ſie beſteht, und dem Gegen⸗ ſtande, der ſie hineinzieht, aufthürmen.“
„Unſer Führer,“ ſprach der Vater,„iſt ſeit er das Thal verlaſſen, wo er ſeine Heimath hat, mehr und mehr verdutzt geworden, und ich fürchte, daß er uns eben ſo wenig nützt, als wie du meinſt, die Magnet⸗ nadel.— Meint Ihr,“ fuhr er in gebrochenem Italie⸗ niſch ſich zu Antonio wendend fort,„wir ſeyen auf dem rechten Wege?“
„»Wenn's der Wille des heiligen Antonio iſt,“ er⸗ wiederte der Führer, ſichtbar zu verlegen, um gerade⸗ aus zu antworten. 4
Walter Scott's Werke. 1578 Bochen. 3 2


