31 „Nun, Mylord, ſcheidet Ihr ſo bald von dem ſchönen Mädchen von Perth? das iſt nur die Grille des Sie⸗ gers.“
„Es iſt hier weder von Sieg, noch von Niederlage
die Rede,“ entgegnete der Prinz trocken;„das Mäd⸗ chen liebt mich nicht; und ich liebe ſie nicht genug, um mich mit ihren Scrupeln zu quälen.“
„Der keuſche Malcolm, das Mädchen lebt in einem feiner Nachkommen wieder auf!“ ſagte Ramorny.
„Begünſtigt mich, Sir, mit einiger Ruhe vor Eurem Witz, oder gebt ihm einen andern Lauf. Ich glaube, es iſt Mittag, und Ihr werdet mich verbinden, wenn Ihr die Tafel rüſten laßt.“
Ramorny verließ das Zimmer, aber Rothſay glaubte ein Lächeln auf ſeinem Geſicht zu entdecken, und der Gegenſtand des Spottes für dieſen Menſchen zu ſeyn, ſchmerzte ihn nicht wenig. Er lud jedoch den Ritter zur Tafel, und geſtattete ſelbſt Dwining dieſe Ehre. Die Unterhaltung war lebhaft und ausgelaſſen, ein Ton, den der Prinz aufmunterte, als wollte er damit ſeine ſittliche Strenge an dieſem Morgen gut machen, die Ramorny, der in alten Geſchichten beleſen war, die Keckheit hatte, mit Scipio's Enthalkiameeit zu ver⸗ gleichen.
Das Mahl wurde troß der ſchwankenden Geſundheit des Herzogs in eitler Luſtigkeit weit über die Regeln der Mäßigkeit verlängert, und geſchah es nun wegen der bloßen Stärke des Weins, den er trauk, oder durch ſeine ſchwache Conſtitution, oder auch, was am wahr⸗


