28 Mächtigen, der Gewaltthat des Geſetzloſen, der Ver⸗ führung des Laſterhaften und der Tyrannei des Heuch⸗ lers zu ſchützen!“
Der Herzog von Rothſay, deſſen beſſeres Gefühl ſo leicht erweckt wurde, als verſchwand, war durch die Begeiſterung des Mädchens gerührt:„Verzeiht, wenn ich Euch erſchreckt habe, Mädchen,“ ſagte er,„Ihr ſeyd zu edel, um das Spiel vorübergehender Leidenſchaft zu werden, wozu Ihr durch Irrthum beſtimmt waret, und ich hätte Euch, wäre auch Eure Geburt Eures edlen Geiſtes und Enrer großen Schönheit würdig, ich hätte Euch kein Herz zu geben; und nur Huldigung des Her⸗ zens darf um ein Mädchen werben, wie du biſte Aber meine Hoffnungen ſind verwelkt, Catharine— das ein⸗ zige Mädchen, das ich liebte, wurde mir durch den Willen der Staatskunſt entriſſen und mir ein Weib aufgedrungen, die ich immer verabſchenen müßte, und hätte ſie ſelbſt die ſanfte Milde, die allein ein Weib in meinen Augen liebenswürdig macht. Auch meine Geſundheit ſchwindet in der Jugend hin, und Alles, was mir übrig bleibt, iſt, ſo viel Blumen zu pflücken, als ich auf meinem kurzen Weg zum Grabe erlangen kann. Sieh meine ſchwindſüchtige Wange— fühle, wenn du willſt, meinen unterbrochenen Pulsſchlag, und bemitleide und entſchuldige mich, wenn ich, deſſen Rechte als Fürſt und Menſch man geraubt und mit Füßen ge⸗ treten hat, oft gleichgültig gegen die Rechte Anderer bin, und dem ſelbſtſüchtigen Verlangen nachgebe, dem flüchtigen Wunſch eines Angenblicks zu genügen.“.


