23 Anzug traf, der ſich vom Antheil der Mummerei zu
befreien gewußt hatte.
„Du biſt ein koͤſtlicher Schuft, Sir Doctor,“ ſagte der Prinz,„bei meiner Ehre, ich glaube, du koͤnnteſt es uͤbers Herz bringen, das ganze Schauſpiel mit Liebhaberrollen und allem ſelbſt zu ſpielen.“
„Wenn es Eurer Hoheit Unruhe erſparte,“ ſagte der Apotheker mit ſeinem gewoͤhnlichen unterdruͤckten Lachen.
„Nein, nein,“ ſagte Rothſay,„ich brauche deine Huͤlfe nicht— und ſage mir nur, wie ſeh' ich auf dieſem Lager aus— traͤge und damenhaft?“
„Geſicht und Mienen etwas zu fein fuͤr Lady Mar⸗ jory von Douglas, wenn es erlaubt iſt, dies zu ſagen,“ war des Arztes Antwort.
„Fort, Schurke, und fuͤhre mir das ſchoͤne Eisſtuͤck herein— ſey ruhig, ſie ſoll mich nicht fuͤr weibiſch halten— und du, Ramorny, geh' auch.“
Als der Ritter das Gemach durch die eine Thuͤr verließ, fuͤhrte das vermeintliche alte Weib Catharine Glover durch die andere herein. Man hatte das Zimmer abſichtlich bis zur Daͤmmerung verdunkelt, daß Catharine ohne den geringſten Verdacht die weib⸗ liche Geſtalt auf dem Ruhebett erblickte.
„Iſt dies das Maͤdchen?“ fragte Rothſays natuͤr⸗ lich zarte, nun aber abſichtlich wispernde Stimme.— „Laßt ſie hieher treten, Griſolde, und unſre Hand kuͤſſen.“
Die verkleidete Amme fuͤhrte das zitternde Maͤd⸗


