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6 „Meine Sachen verſteh' ich am beſten— guten Abend, Mylord.«. Der eigenſinnige Prinz ſtieg mit Dwin
j S nd Ra⸗ morny in's Boot, und da er keine andere Dienerſchaft erwartete, ſtieß Eviot das Fahrzeng ab, das mit Hülfe von Segel, Ruder und Ebbe ſchnell den Tay hinunter⸗ fuhr.
Eine Zeit lang blieb der Herzog von Nothſay ſtill und düſter, und ſeine Gefährten unterbrachen ſeine Ge⸗ danken nicht. Er hob endlich das Haupt und ſagte: Mein Vater liebt den Spaß, und wenn alles vorüber iſt, wird er die Sache nicht ernſthafter nehmen, als ſie verdient,— ein Jugendſtreich, den er anſehen wird, wie die andern. Dort, meine Herren, ſchaut das alte Schloß Kinfauns finſter auf den Tay hernnter. Nun, ſage mir, John Ramorny, wie fingſt du es an, das ſchöne Mädchen von Perth dem ſtierköpfigen Oberrich⸗ ter aus den Händen zu ſpielen; denn Errol ſagte mir von einem Gerücht, daß ſie unter ſeinem Schutz ſtehe.“
„Das war ſo, Mylord, aber nur bis ſie unter den Schutz der Herzogin— ich wollte ſagen, der Lady Marjory von Douglas treten könnte. Dieſer Ochſen⸗ kopf von Oberrichter, der nur ein Stück plumper Tap⸗ ferkeit iſt, hat eben auch einen Diener von einiger Schlaͤuheit und Klugheit, den er bei allen Geſchäften braucht, und deſſen Eingebungen er gewöhnlich für ſeine eignen Gedanken hält. Will ich mich eines Landbarons, ſo wende ich mich an einen ſolchen Bertrauten, welcher im gegenwärtigen Falle Kitt Henfhaw, ein alter Tay⸗


