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Wir brauchen uns nicht damit aufzuhalten, das An⸗ ſtrengende und Schreckhafte einer ſolchen Reiſe zu be⸗ ſchreiben, wo der Weg unter Wüſten und Bergen hin⸗ lief, bald gähe Abgründe hinanſteigend, bald in unzu⸗ gängliche Moräſte ſinkend, und oft von großen Wald⸗ bächen und ſelbſt Strömen unterbrochen. Aber alle dieſe Gefahren hatte Simon Glover ſchon vorher, um ehr⸗ lichen Gewinn zu ſuchen, beſtanden, und ſcheute oder fürchtete ſie jetzt wohl um ſo weniger, da ſeine Frei⸗ heit, ja ſein Leben im Spiele ſtand.
Die Gefahr, welche die kriegeriſchen und ungebildeten Bewohner dieſer Wildniſſe drohten, würde jedem Andern mindeſtens ſo furchtbar als die des Weges erſchienen ſeyn. Aber Simon's Kenntniß der Sitten und der Sprache des Volkes ſicherte ihn auch in dieſem Punkt. Ein An⸗ ſpruch auf die Gaſtfreundſchaft des wildeſten Gälen war nie erfolglos, und der Kerl, der unter andern Umſtän⸗ den einen Menſchen um die ſilberne Schnalle ſeines Mantels ermordet hätte, würde ſich ſelbſt einer Mahl⸗ zeit beraubt haben, um den Reiſenden, der an der Thüre ſeiner Hütte um Gaſtfreundſchaft bat, zu erquicken. Die Reiſekunſt war, ſo zutrauensvoll und unverthei⸗ digt als möglich zu erſcheinen; deßwegen trug der Handſchuhmacher durchaus keine Waffen, reiste ohne den mindeſten Anſchein von Vorſicht, und hatte ſich nur zu hüten, nichts, was die Begierde aufregen könnte, zu zeigen. Eine andere Regel, deren Beobachtung er für klug hielt, war, mit jedem Wanderer, der ihm be⸗ gegnete, Gemeinſchaft zu vermeiden, außer ſo weit es


