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11 zu wiſſen, wie gleichguͤltig er jemand hinopfern koͤnne, der ſpaͤter ein ſo gefaͤhrliches Zeugniß gegen ihn ab⸗ legen koͤnnte.
Sein Schickſal war jedoch beſiegelt und es war kein Entkommen moͤglich. Man naͤherte ſich langſam dem graͤßlichen Baum, der am Flußufer errichtet war. ungefaͤhr eine halbe Meile von der Stadtmauer; ein Ort, der deswegen gewaͤhlt ward, weil da der Leich⸗ nam des Elenden, den Raben zum Fraß ausgehaͤngt, nach allen Richtungen geſehen werden konnte. Hier uͤbergab der Prieſter Bonthron dem Henker, der ihm die Leiter hinauf half und allem Anſchein nach mit ihm nach der gewohnten, geſetzlichen Form verfuhr. Er ſchien eine Minute zu zappeln, aber bald hing er ſtill und entſeelt. Der Henker verkuͤndigte, nach⸗ dem er pflichgemaͤß laͤnger als eine halbe Stunde ge⸗ wartet hatte, bis der letzte Lebensfunke erloſch, den Bewundrern ſolcher Schauſpiele, es koͤnne, weil die Eiſen zum beſtaͤndigen Aufhaͤngen des Leichnams nicht bei der Haud ſeyen, die Schlußceremonie, naͤmlich die Ausweidung und beſtaͤndige Aufhaͤngung deſſelben
erſt um Sonnenaufgang des naͤchſten Morgens vor⸗
genommen werden.
Trotz der fruͤhen Stunde, die er genannt hatte, erhielt Meiſter Smothwell doch eine anſehnliche Zu⸗ ſchauerſchaft aus dem Poͤbel, um auf dem Hinrich⸗ tungsplatz das letzte Verfahren der Gerechtigkeit mit ihrem Opfer zu ſehen. Aber groß war das Erſtau⸗ nen und der Zorn dieſer Liebhaber, als ſie den Leich⸗
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