Teil eines Werkes 
155. Bändchen = Neue Folge, 5. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 5. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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anzuvertrauen. Dieſelbe Verlaͤumdung ſtreute er un⸗ ter dem Haufen aus, indem er mit ſchamloſer Frech⸗ heit denen, die dem Karren am naͤchſten waren, ver⸗ ſicherte, er verdanke ſeinen Tod der Bereitwilligkeit. mit der er die Befehle des Herzogs von Rothſay er⸗ fuͤllt habe. Eine Zeitlang wiederholte er finſter und huͤndiſch dieſe Worte, wie einer, der einen Auftrag ausrichtet, oder wie ein Bettler, der ſeinen Worten durch Wiederholung Glauben verſchaffen will, waͤhrend er uͤberzeugt iſt, daß ſie ihn nicht verdienen. Aber als er die Augen erhob und in der Ferne die dunkle Geſtalt des Galgens, wenigſtens vierzig Fuß hoch, nebſt der Leiter und dem unſeligen Strick, horizon⸗ tal aufſteigen ſah, wurde er ploͤtzlich ſtill und der Moͤnch bemerkte, daß er ſehr zitterte.

Sey ruhig, mein Sohn, ſagte der gute Prieſter, du haſt die Wahrheit bekannt und Abſolution be⸗ kommen, Deine Reue wird wegen deiner Aufrich⸗ tigkeit angenommen werden und wenn du auch blu⸗ tige Haͤnde und ein grauſames Herz gehabt haſt, wirſt du doch zu rechter Zeit durch das Gebet der Kirche von der Strafe des Fegfeuers befreit werden.

Dieſe Verſicherungen dienten mehr dazu, die Angſt des Verbrechers zu mehren, als zu mindern, der von Zweifeln ergriffen wurde, ob die zu ſeiner Rettung vom Tode genommenen Maasregeln auch wirkſam ſeyn wuͤrden und von dem Verdacht, es moͤchte kein Grund vorhanden ſeyn, ſie zu ſeinen Gunſten zu ge⸗ brauchen, denn er kannte ſeinen Gebieter genug, um