104 Euch nicht fehlen. Aber es muß von zu vielem Wein herkommen, daß Ihr Waſſer verlangt.“
Bei dieſen Worten füllte er eine Halbflaſche aus einem danebenſtehenden Faß und bot ſie ſeinem Gaſt hin. Olivier nahm ſie an und führte ſie, von dem ge⸗ habten Schrecken noch zitternd, zum Mund; und ob⸗ wohl der Trank, den er zu ſich nahm, ſchwach war, fand er ſich doch durch Ermattung, Unruhe, Schrecken
und die Ausſchweifungen des Tages ſo ſehr erſchöpft, daß er, nachdem er die Flaſche leer auf den eichenen Tiſch geſtellt hatte, einen Seufzer hören ließ und ei⸗ nige Minuten lang ſtill blieb.
»Nun, da Ihr getrunken habt, Kamerad,“ ſagte der
Waffenſchmied,„ſagt mir, was Ihr wollt. Wer waren die, welche Euch bedrohten? Ich konnte Niemand ſehen..
„Nein, aber es waren wenigſtens zwanzig, die mich im Wynd verfolgten; aber als ſie uns beide beiſammen ſahen, haben ſie den Muth verloren, den ſie behalten hätten, wenn Einer von uns allein geweſen wäre.“
„Spaßt nicht, Freund,« ſagte der Waffenſchmied, vich bin nicht zu Späſſen aufgelegt.“
»„Beim heiligen Johann von Perth, ich ſpaſſe nicht, ich wurde auf eine ärgerliche Weiſe beſchimpft,“ ant⸗ wortete Olivier, indem er die Hand auf den angegrif⸗ fenen Theil legte,„durch den Narren Robin von Roth⸗ ſiy, den lärmenden Ramorny und ihre übrige Rotte. Sie haben mich eine Viertelstonne Malvaſier trinken laſſen.“


