96 Aber es iſt unnuͤtz, ſich weiter damit abzugeben; un⸗ ſer guter Name muß ſtehen und wenn alles daruͤber zu Grunde geht.««
Waͤhrend der Handſchuhmacher ſo uͤber die unwill⸗ kommene Beſtaͤtigung des Geruͤchtes dachte, das er bis jetzt nicht zu glauben gewagt hatte, gewann der verjagte Taͤnzer des Mohrenballetes Zeit, die Stra⸗ ßen von Perth in einer kalten und finſtern Februar⸗ nacht durchwandelnd uͤber die Folgen zu denken, die der Zorn des Handſchuhmachers haben moͤchte.
„Aber das war nichts,“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„ge⸗ gen den von Heinrich, der wegen einer geringeren Urſache einen Menſchen toͤdtete, als die iſt, Kathari⸗ nen oder ihren hitzigen Vater mit ihm zu entzweien.⸗
„Gewiß,“« fuhr er fort,„ich haͤtte beſſer gethan, alles zu laͤugnen; aber ich wurde von dem Gedanken uͤberwaltigt, ſelbſt als leichtſinniger Galan zu erſchei⸗ nen, wie ichs auch wirklich bin. Soll ich gehn, beim Greifwirth das Feſt zu enden? aber Magdalena wird larmen, wenn ich nach Hauſe komme. Doch, es iſt ja heute der Faſchingstag, da darf ich mir etwas er⸗ lauben. Da kommt mir ein guter Gedanke: ich gehe nicht zum Greif, ich will mich zum Waffenſchmied be⸗ geben; er muß zu Hauſe ſeyn, weil ihn heute noch niemand geſehen hat. Ich will Frieden mit ihm zu machen ſuchen und ihm meine Vermittlung beim Hand⸗ ſchuhmacher anbieten. Heinrich iſt ein ehrlicher, ge⸗ rader Junge und ob ich gleich geſtehen muß, daß er bei einem Tumult beſſer iſt, als ich, ſo kann ich doch


