Teil eines Werkes 
153. Bändchen = Neue Folge, 3. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 3. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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Bedenkt, ſetzte er noch hinzu,daß es eine Thor⸗ heit iſt, die die Jugend mit ſich bringt. Solche Feh⸗ ler entſtehen aus der Gelegenheit und das Geſtändniß wird ſie auslöſchen. Ich geſtehe Euch, obwohl mein Weib ſo gut iſt als eine in der Stadt, daß ich oft ſelbſt

Schweig'! elender Prahler! ſagte der Handſchuh⸗ macher im heftigſten Zorn,deine Liebſchaften und deine Kämpfe ſind gleich erlogen. Wenn du durchaus lügen mußt, was, wie ich glaube, in deiner Natur liegt, kannſt du nicht wenigſtens eine Lüge erfinden, die dir Ehre macht? Glaubſt du nicht, daß ich in dein Herz ſehe, wie durch das Horn einer elenden Laterne.*) Glaubſt du nicht, daß ich weiß, elender Wollſpinner, wie du nicht mehr wagteſt, durch deine eigne Thür zu gehn, wenn dein Weib gehoͤrt haͤtte, weſſen du dich ruͤhmſt, daß du nicht den Muth haͤtteſt, dein Schwert mit einem Knaben von zwoͤlf Jahren zu kreuzen, der das⸗ ſeine zum erſtenmal in ſeinem Leben zoͤge. Bei St. Johann! ich ſollte eigentlich, zum Lohn dafuͤr, daß du die Unruhe einer Familie mehrſt, deiner Masdalena 4 zu wiſſen thun, was du geſagt haſt.«

Bei dieſer Drohung fuhr der Muͤtzenhaͤndler zu⸗ ſammen, als haͤtte in dem Augen! lick der Bolzen ei⸗ ner Armbruſt an ſeinem Ohr gepfiffen, da er es am wenigſten erwartete. Er antwortete mit zitternder

*) Es gibt noch jetzt Stalllatarnen, die ſtatt des Glaſes mit durchſichtigem Horn verſehen ſind. Anm. d. Her.