28. ſache von dem Zorn des Himmels gegen das unglückliche Land iſt, einem Zorn, durch den unſre Siege in Nie⸗ derlagen, unſre Freude in Trauer verwandelt, unſer Rath durch Uneinigkeit geſtört und Schottland vom Bürgerkrieg verzehrt wird.«
„Sprecht, ehrwürdiger Vater,« fagte der König, „gewiß, wenn die Urſache des Uebels an mir oder meiner Familie liegt, ſo will ich ihm abhelfen.«
Er ſprach dieſe Worte mit ſchwacher Stimme und erwartete ängſtlich die Antwort des Priors, ohne Zwei⸗ fel aus Furcht, jener möchte neue Fehler oder eine neue Thorheit des Herzogs von Rothſay entdecken. Seine Furcht täuſchte ihn vielleicht, als er die Augen des Mönchs einen Augenblick auf dem Prinzen ruhen zu ſehen glaubte, eh er mit feierlichem Tone begann: „Ketzerei, mein edler und gnädiger König, Ketzerei iſt unter uns. Sie raubt eine Seele nach der andern dem heiligen Vereine, wie die Wölfe Lämmer aus der Heerde rauben.«⸗
„Uebrigens gibt es Hirten genug, um die Schaafe zu hüten,« ſagte der Herzog von Rothſay.„Allein vier Klöſter von Ordensgeiſtlichen ohne die weltliche Geiſtlichkeit. Mich duͤnkt, wenn in einer Stadt eine ſo gute Beſatzung ſteht, ſo braucht man den Feind nicht zu fürchten.«
„Ein Verräther in der Beſatzung,« erwiederte der Prior,„könnte allein die Sicherheit der Stadt vernichten und wäre ſie von Legionen bewacht. Mird aber noch
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dieſer Verräther, ſey es aus Leichtſinn, ſey es aus Liebe


