6 4 1 Gleichmuth. Ueberhaupt war er oft genöthigt, ſeine Plane aufzugeben, aber ſelten verließ ihn ſeine natür⸗ liche Würde. Er empfing Albany, Donglas, March und den Prior, dieſe übelgewählten Glieder eines un⸗ einigen Raths, mit einer Miſchung von Höflichkeit und Größe, die jeden ſtolzen Großen daran erinnerte, daß er vor ſeinem Souverain ſtehe und ihn zu der gebräuch⸗ lichen Etiquette zurückführte.
Nachdem er ihren Gruß angenommen, hat ſie der König zu ſitzen. Sie gehorchten ſeinen Befehlen, als Rothſay eintrat. Er trat anmuthig zu ſeinem Vater, ließ ſich auf das Knie vor ihm nieder und bat um ſei⸗ nen Segen. Robert, deſſen Blicke ſeine Zärtlichkeit und ſeinen Kummer ſchlecht verkleideten, verſuchte ei⸗ nen tadelnden Ton anzunehmen, während er die Hand auf das Haupt ſeines Sohnes legte und mit einem Seufzer ſprach:„Gott ſegne dich, leichtſinniger Sohn und mache dich küuftig zu einem Mann.“—„Amen, mein Vater,“ antwortete Rothſay mit einem Aus⸗ drucke von Gefühl, den er oft in ſeinen guten Augen⸗ blicken zeigte. Dann küßte er die königliche Hand mit der Ehrerbietung eines Sohnes und Unterthans. Statt an der Rathstafel Platz zu nehmen, blieb er auf den Seſſel des Königs geſtützt in einer Stellung, um, wenn er wollte, ſeinem Vatee in's Ohr ſprechen zu können.
Der König gab dem Prior von St. Dominikus ein Zeichen, an dem Schreibtiſche Platz zu nehmen, auf dem verſchiedene Schriften lagen, die unter allen an⸗ weſenden Perſonen, Albany ausgenommen, nur der


