115 Gehorſam, wenn ſie ſagen: brennet dieſe Kirche nieder“ als wenn ſie eine zu bauen befehlen.“
„Ja wohl,“ erwiederte die Sängerin,„es iſt beſſer, ich bleibe hier, um zu ſterben.“
„Redet nicht ſo,“ gab der Waffenſchmied zur Ant⸗ wort.„Wenn ich Euch nur für dieſe Nacht eine Woh⸗ nung finden kann, ſo führe ich Euch morgen an die Treppe der Frauenkirche, wo die Fahrzeuge nach Duntee hinunter abſtoßen, und übergebe Euch Jemand, der den nemlichen Weg macht und Euch eine Wohnung beſorgt, wo Ihr gut aufgenommen werdet.“
„Herrlicher, edler Mann! thut was Ihr geſagt habt, und wenn das Gebet und die Segenswünſche einer Un⸗ glücklichen bis in den Himmel reichen, ſo erheben ſie ſich für Euch dahin. Wir werden uns an dem Gang dort unten um die Stunde treffen, wann die Fahrzeuge das Ufer verlaſſen.“
„Das iſt um ſechs Uhr Morgens, wenn die Sonne kaum aufgeht.“
„Geht alſo, kehrt zu Eurer Valentine zurück, und wenn ſie Euch liebt, o! ſo betrügt ſie nicht.“
„Ach, armes Mädchen! ich fürchte, die Undankbar⸗ keit eines Geliebten hat Euch genöthigt, dieſen elenden Stand zu ergreifen. Aber ich will Euch nicht verlaſſen, ehe ich weiß, wo Ihr die Nacht zubringen werdet.“
„Beunruhigt Euch nicht damit, der Himmel iſt rein; es gibt Buſch und Geſträuch am Ufer, Charlot und ich können uns auf eine Nacht mit einem Blätterlager be⸗ gnügen, und morgen werde ich mit Eurer Hülfe außer Gefahr ſeyn. O, die Nacht geht ſchnell vorüber, wenn die Hoffnung für morgen vorhanden iſt!— Wie? Ihr Aauderf noch? und Eure Valentine erwartet Euch?
ehmt Euch in Acht, ich werde Euch für einen unred⸗ lichen Liebhaber halten, und Ihr wißt, von welchem. Einfluß der Tadel eines Minſtrels iſt.“ 4
„Ich kann Euch nicht verlaſſen, Fräulein,“ erwiederte:
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