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„Was bedeutet das, Pater Prior?“ fragte der Koͤ⸗ nig. Aber der Prior zog ſich aus dem Fenſter zuruͤck. „Ich will nichts ſehen, Sire,“ antworkete er,„was ich ungern wiederholen wuͤrde.“
„Was bedeutet denn das Alles?“ ſagte der Koͤnig noch einmal, indem ſein Geſicht von Roͤthe bedeckt war, und er ſich von ſeinem Sitz erheben zu wollen ſchien. Aber er aͤnderte ſein Vorhaben, als wollte er nicht Zeuge einer Thorheit des Prinzen ſeyn, die er vielleicht nicht den Muth haben wuͤrde, mit der noͤthigen Strenge zu ſtrafen. Dem Grafen von March ſchien es Vergnuͤgen zu machen, dem Koͤnig etwas zu ſagen, was dieſer ohne Zweifel nicht zu wiſſen wuͤnſchte.
„Sire,“ rief er,„das wird immer beſſer. Die Saͤngerin hat nicht blos die Aufmerkſamkeit des Priu⸗ zen von Schottland und aller Bedienten und Solda⸗ ten gewonnen, die ſich im Hof befinden; ſondern ſie hat auch Douglas den Schwarzen gefeſſelt, den wir bis jetzt noch nicht als einen ſo leidenſchaftlichen Be⸗ wunderer der ſchoͤnen Kunſt gekannt haben. Aber wahrlich, ich begreife ſeine Ueberraſchungz denn der Prinz hat ſo eben die ſchoͤne Kuͤnſtlerin in Geſang und Geige mit einem Beifallsruf beehrt.“
„Wie?“ ſagte der Koͤnig,„Rothſay ſpielt mit einer Saͤngerin, und zwar in Gegenwart ſeines Schwieger⸗ vaters? Geht, mein guter Pater Prior, ſchickt mir den Prinzen ſogleich hieher. Geht, mein guter Bruder.“— Als beide das Zimmer verlaſſen hatten, fuhr der Koͤnig fort:„geht auch ihr, lieber Vetter von March. Das wird ſchlimm enden; ich weiß es gewiß. Ich bitte euch, geht, Vetter, und fuͤget zu den Bitten des Abtes meine Befehle.“
„Eure Majeſtaͤt vergißt,“ ſagte der Graf von March, mit dem Ton eines tief Beleidigten, daß der Vater von Eliſabeth von Durnbar kein geeigneter Vermitt⸗ ler zwiſchen Douglas und ſeinem koͤniglichen Eidam iſt.“


