8³ des Geſanges. Aber neue Gegenſtaͤnde zogen ſeine Aufmerkſamkeit maͤchtiger an und lenkten ſe auf das, was in dem Kloſterhof vorging. Die Romanze war in provencialiſchem Dialecte, der an allen Hoͤfen Eu⸗ ropas, und beſonders am ſchottiſchen, die Sprache der Dichter war. Die Strophen waren indeſſen einfacher, als die gewoͤhnlichen Lieder der Minneſaͤnger, und glichen mehr dem eines Minſtrels aus dem Norden. In un⸗ ſere Sprache uͤbergetragen wuͤrden ſie etwa ſo lauten:
Das Lied der armen Louiſe.
Arme Louiſe! deine ſuͤße Stimme,— Schuͤchtern hoͤret ſie die Schaͤferin,— Toͤnet warnend fort, durch Haus und Kuͤtte; Mädchen gehet nicht zum Walde hin! Arme Louiſe!
Arme Louiſe! deine zarten Wangen
Brannte heiß des Tages Feuerſtrahl⸗
Kuͤhle Luͤfte wehten im Gebuͤſche,
Liebeslieder ſangen die Vogel all. I Inu. Arme Louiſe!
Arme Louiſe! von dieſer ſchoͤnen Staͤtte; Kam noch nie ein Wolf, um blutigen Tod Schrecklich in das ſtille Dorf zu tragen— Nimmer haͤtt' ein Wolf dich ſo bedroht.
Arme Louiſe!
Arme Louiſe! auf dem ſchattigen Pfade Kam ein ſchmucker Jaͤgersmann daher Sagt ihr: ſchoͤn biſt Du, mein ſuͤßes Maͤdchen, Hell von Golde ſchimmert ſeine Wehr. Arme Louiſe!


