55 von Rang, wie man nur allzu guten Grund hat zu glauben, haben ſich in der letzten Nacht erfrecht, in ein Feuſter im Hauſe Simon Glover's ſteigen zu wollen, ſie haben ſich mit den Waffen in der Hand gewehrt, als die Ankunft Heinrich Smith's ihr Beginnen vereitelte, und gefochten, bis die herzugeeilten Bürger ſie die Flucht zu ergreifen nöthigten.“
„Wie!“ rief der Oberrichter und ſetzte den Becher, den er eben an den Mund führen wollte, wieder auf den Tiſch.„Tod und Teufel! beweist mir das, und bei der Seele Thomas von Longueville’'s— ich will thun, was in meinen Kräften ſteht Euch Gerechtigkeit zu verſchaf⸗ fen, und ſollte es mich mein Leben und Eigenthum ko⸗ ſten.— Wer bezeugt das Geſchehene? Simon Glover, Ihr geltet für einen rechtſchaffenen und verſtändigen Mann, nehmt Ihr die Wahrheit dieſer Ausſage auf Euer Gewiſſen?“
„Geſtrenger Herr!“ erwiederte Simon,„verſteht wohl, daß ich bei dieſer wichtigen Angelegenheit nicht aus freien Stücken klage. Nur die Ruheſtörer ſelbſt haben dabei Unglück gehabt. Ich fürchte, nicht hohe Gewalt
allein habe zu ſolcher Frechheit, zu ſolcher Verletzung der Geſetze ermuthigen können, und wollte nicht Ver⸗ anlaſſung ſeyn, daß ſich zwiſchen meiner Geburtsſtadt und einem mächtigen Edlen ein gefährlicher Streit er⸗ hebt. Allein man hat zu erkennen gegeben, wenn ich mich läſſig zeigen würde, auf dieſe Sache zu klagen, ſo gebe ich damit gewiſſermaſſen zu erkennen, daß meine Tochter einen ſolchen Beſuch erwartete, was völlig un⸗


