9 Nachbar,« verſetzte der Handſchuhmacher in trocknem Tone.
„Es iſt wahr, es iſt wahr,“ erwiederte Proud⸗ fute;„ich hatte vergeſſen, daß ihr in eurem Hauſe waret, waͤhrend die Hiebe fielen, und daß ihr alſo nicht ſehen konntet, wer ſie austheilte.“
„Stille, Nachbar Proudfute, ſtille!« rief Craig⸗ dallie, durch das nicht ſehr wohllautende Kraͤchzen des ehrenwerthen Zunftmeiſters ſichtbar gelangweilt. „Es ſteckt ein Geheimniß hinter der Sache, aber ich glaube, es zu errathen. Unſer Freund Simon iſt, wie ihr alle wißt, ein friedliebender Mann, der lie⸗ ber eine Ungerechtigkeit leidet, als daß er einen Freund oder Nachbar in Gefahr braͤchte, um Genugthuung dafuͤr zu erhalten. Aber du, Heinrich Gow, du, den man immer findet, wenn die Stadt eines Vertheidi⸗ gers bedarf, ſage uns, was du von der Sache weißt.“
Der Waffenſchmied erzaͤhlte die Geſchichte, ſo, wie wir ſie ſchon gegeben haben, und der geſchaͤftige Strumpfwirker rief noch einmal,„und du haſt mich bei dem Gefecht geſehen, tapferer Smith, nicht wahr?«
„Nein, meiner Treu, Nachbar,« antwortete Smith; „aber ihr ſeyd klein, wie ihr wißt, und da iſts moͤg⸗ lich, daß ich euch nicht bemerkt habe.“
Dieſe Antwort erregte ein Gelaͤchter auf Koſten Olivier's, der ſelbſt auch mitlachte, jedoch hinzuſetzte: „Es iſt demungeachtet wahr, daß ich einer der Er⸗ ſten war, die dem Nachbar Glover zu Huͤlfe kamen.“
„Aber wo ſeyd ihr denn geweſen, Nachbar?« fragte


